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Daniel Ziltener v/o Magnus

Ein Dreiergrüppchen Zähringer, die auch bei MUNBern Mitglied sind, machten sich diesen Sommer auf nach Wien, um am ViennaMUN teilzunehmen. Da darf ein Besuch beim Wiener Wingolf - Pardon, beim Wingolf zu Wien - natürlich nicht fehlen! Und das sieht der Wingolf nicht anders. Denn kaum sitzen Cincinnatus, Desperado und Magnus nach der Nachtzugfahrt beim Mittagessen beim Mexikaner, klingelt auch schon Cinci's Natel: Sebastian vom Wingolf ruft an (man stelle sich vor, die haben tatsächlich keine Vulgos da!). Keine halbe Stunde später sitzt er dann auch schon bei uns, legt schon die Pläne auf den Tisch, was er mit uns alles vorhat, und wir beginnen, uns Sorgen um unsere Freizeit neben der Konferenz zu machen.

Vorprogramm

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Das Zeug in den Gläsern ist übrigens Bier. Mit einer Gewürzmischung. Den Namen hat der Autor leider vergessen.

Doch nach dem Bezahlen geht's erstmal auf eine Stadtführung mit "einem der besten Stadtführer Wiens" (ihr habt es erraten: Sebastian). Wir erfahren dabei ein paar interessante Details, die bei einer 08/15-Stadtführung wohl eher ausgelassen werden - zumindest aber auch viele, die bei der eher dürftigen "offiziellen" VIMUN-Führung nicht vorkommen. Eines der Highlights ist die Besichtigung der Uni. Der grosse Festsaal ist leider verschlossen, aber die historische Bibliothek steht offen und gewährt Einblicke, dass man sich fast in vergangenen Jahrhunderten wähnt. Geschickterweise ist die Route auch so gewählt, dass wir am Ende bei der Bude des Wingolfs landen. Zu unserer Freude finden wir dort nicht nur eine "Schweizer Ecke" mit einer grossen, alten Karte von Bern und den Falkensteiner Kieseln, sondern im Zimmer nebenan auch noch Judos altes Couleur an der Wand. Als wir uns umdrehen, steht dann auch schon Sebastian vor dem grossen Fass im Salon, auf das er mittlerweile sechs Gläser für eine "Willkommensstaffette" gestellt hat, die er nun füllt. Auf meine Nachfrage, ob er mit dem Einschenken nicht noch auf die anderen beiden Wingolfiten warten möchte, werden wir bloss aufgefordert, uns hinzustellen, und ich denke, irgend ein Zähringer wird sich da einmal revanchieren müssen.

Viele Biere später finden auch wir zu später Stunde, zuerst Cinci und Desperado, etwas später dann ich mit dem Taxi und einem Umweg via dem "Café" unten in unserem Haus, den Weg in unsere AirBnB-Wohnung. Eine Wohnung, die ironischerweise dem Antifa-Kollektiv Gagarin gehört, welches gleich darunter noch das "Café" betreibt. Für Geld wirft man ja bekanntlich sämtliche Ideologien über Bord. Und wie das Verhältnis zwischen Antifa und Verbindungen gerade in Wien ist, ist ja allgemein bekannt. Da ich am nächsten Morgen dank meines phänomenalen Gedächtnisses nicht mehr wusste, was ich mit dem Schlüssel angestellt hatte, mussten wir zuerst einmal die Wohnung nach selbigem absuchen.

Am Freitag ist dann Schadensbegrenzung angezeigt, denn wir wollen den Tag ja trotz nicht ganz idealem Schlaf nicht ungenutzt verstreichen lassen. So wissen wir nicht nur das nahegelegene Take-Away zu schätzen, sondern finden auch heraus, dass rund um uns fast ausschliesslich Uni-Gebäude stehen. Dass aber auch dieser Tag nicht alkoholfrei blieb, versteht sich wohl von selbst...

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Nach etwas Sightseeing auf eigene Faust und einem Besuch des Praters stand dann Samstagabend der nächste Anlass an, der Sebastian für uns organisierte: wir gehen zu einem Heurigen. Natürlich nicht zu einem dieser Touristenfallen, nein, wir gehen einen Rebberg (oder soll ich sagen: Rebhügel?) hoch, von dem aus wir eine grossartige Aussicht über Wien haben. Das entlöhnt auch bereits für den gut halbstündigen Aufstieg, der zuweilen - Abkürzung sei Dank - querfeldein durch die Reben verläuft. Schliesslich setzen wir uns zufrieden an eine Festbank und holen uns die ersten Krüge Weissen und Limonade. Von hier aus sieht man nicht nur die Reben, Wien und die Donau, sondern auch den "Rest" Österreichs mit Windkraftwerken bis kurz vor die Grenze - alles topfeben - sowie ein weiterer Berg mit einem alten Kloster. Trotz der schönen Aussicht auf die Reben und auf Ungarn und die Slovakei werden die Diskussionen dann doch zunehmend hitziger, bis Desperado und ich den Rückzug antreten, denn wir müssen noch Franziska vom MUN an der Haltestelle abholen. Davon konnte uns auch unterwegs die Einladung eines freundlichen Wieners auf ein Gläschen nicht abhalten. Cincinnatus dagegen bleibt noch dabei, und schliesslich kommen auch noch die beiden anderen angekündigten Wingolfiten an.

Wärend wir drei noch auf ein Bier im Pub sitzen, fährt Cinci mit den Wingolfiten im letzten Tram zurück in die Stadt und die nächste Beiz. Unter den Worten "Oh, ich muss noch kurz telefonieren" gelingt es ihm jedoch, selbst dieser Situation erfolgreich zu entfliehen, worauf er dann aber mangels Schlüssel und Strom im Handyakku vor der Haustüre strandet. Kurz vor der Verzweiflung stehend, befürchtet er bereits, zu halluzinieren, als er uns sieht, doch schon stehen wir vor der Tür und schliessen auf. Zurück in der Wohnung muss Desperado dann aufs Sofa umziehen - die versprochene vierte Matratze wurde noch nicht vorbeigebracht, und das Ausziehsofa ist in einem Zustand, den man allerhöchstens einem Obdachlosen ohne Alternative zumuten würde.

Das VIMUN beginnt

Sonntags, so heisst es, ist Ruhetag - doch nicht für uns, und auch nicht für Wien. Wir beschliessen, morgens mit der U-Bahn zum Naschmarkt zu fahren. Wie bereits der Name impliziert, gibt es dort alles Mögliche Essbare, aber nicht nur zum Naschen, sondern auch zum richtig essen. Ganze Restaurants säumen den Markt. Und weil Wochenende ist, ist heute auch die zweite Hälfte des Naschmarkts geöffnet - eine Art Flohmarkt mit Ständen, bei denen von den typischen T-Shirts über Antiquitäten bis zu absolutem Ramsch alles verkauft wird. Desperado kauft sich eine Sonnenbrille und Cincinnatus eine Tüte gefüllte Oliven, bevor wir uns dann im "Nordsee" verköstigen.

IMG_20150801_131628 Etwa ein Sechstel des Parks, abgeschlossen vom "Oberen Belvedere"

Denn der Tag sollte noch etwas dauern. Nach dem Naschmarkt besuchen wir das Belvedere, das im frühen 18. Jahrhundert für Prinz Eugen erbaut wurde. Die imposante Parkanlage, die wir in der sommerlichen Gluthitze durchqueren, wird an beiden Enden von nicht weniger imposanten Bauten abgeschlossen. Die anschliessend verdiente Pause verbringen wir im daneben liegenden botanischen Garten, zuerst auf einer Wiese im Schatten, dann, nachdem wir von dort verjagt werden, auf einer Parkbank. Am späten Nachmittag dann fahren wir zum UNO-Viertel zur MUN-Registration im Hotel, um unsere Badges abzuholen. Unser Erscheinen kurz vor Schluss der Registrationszeit scheint den zuständigen Typen ziemlich zu irritieren. Trotzdem klappt noch alles, und kurz später sind wir mit dem Rest unterwegs zu einem weiteren Heurigen, dem "Heurigen Feuerwehr Wagner"; diesmal inklusive Abendessen vom Buffet. Selbstverständlich inklusive "Wiener Schnitzel" - vom Huhn... Da die 40-Köpfige Russische Delegation lieber unter sich bleibt, sitzen wir anfangs unter uns, aber andere Nationalitäten sind da zum Glück weniger verklemmt.

Für den ersten Konferenztag ist früh aufstehen angesagt! Denn bereits um zehn beginnt die Opening Ceremony, und wir müssen zuvor noch unsere UNO-Badges beziehen. Das geht nicht ganz so schnell, wie man meinen könnte, denn am Eingang des Areals wird man kontrolliert, dass die Flughäfen fast neidisch werden. Dann stehen wir im glücklicherweise klimatisierten UNO-Gebäude! Es reicht uns sogar noch rechtzeitig in die diesmal eher langatmige Zeremonie, und nachdem wir in unseren Committees (Franziska, Desperado und ich im Human Rights Council, Cincinnatus im Security Council) unsere Eröffnungsreden halten mussten (dafür aber immerhin mit den Tischmikrofonen!), unser Mittagessen in der UNO-Kantine genossen haben, geht es richtig los. Dass wir im HRC zu dritt sind, ist daher entsprechend nützlich, auch wenn unsere Länder nicht in jedem Fall die gleichen Positionen vertreten; das Thema ist Redefreiheit im Digitalzeitalter. Wohlgemerkt besteht der erste Konferenztag vorwiegend darin, die Positionen der anderen - im HRC immerhin über 40 - Teilnehmer zu verorten und erste Allianzen zu schmieden. Dennoch gibt es bereits jetzt erste ausufernde Diskussionen. Wie bei mehrtägigen Konferenzen üblich, drehen sich diese anfangs überwiegend um eher nebensächliche Details, und so bin ich froh um jeden "unmoderated caucus", in dem man mit Gleichgesinnten die Chancen der eigenen Position erörtern kann. Die Meisten sind nämlich zum ersten Mal an einem "richtigen" MUN, und entsprechend noch etwas orientierungslos.

Pünktlich um fünf dann das wohlverdiente Ende des ersten Konferenztages. Die Wingolfiten laden uns vor dem Budenabend noch zum Abendessen im "7 Stern" ein, da Franziska aber lieber selbst was Kleines essen geht, sind wir den Rest des Abends die Zähringer Dreierdelegation unter den ganzen Wingolfiten. Nach der diesmal selbst bewältigten "Anreise" eine positive Überraschung: das "7 Stern" hat eine ganze Auswahl selbstgebrauter Biere! Nach zwei Gläsern selbiger und einem deftigen Essen verschieben wir die ganze Sache dann auf die Bude.

20150804_0929_3 Man beachte die Gelassenheit trotz der Flammen.

Auf dieser lernen wir dann auch das bei den Wiener Wingolfiten berüchtigte Bügelbrett kennen - die Stafette beginnt, sobald der darauf ausgeschüttete Hochprozentige nicht mehr brennt. Wobei die Einzahl hier wohl etwas unpassend ist; die genaue Anzahl der Stafetten weiss wohl keiner der Beteiligten mehr genau, was auch dem höherprozentigen Bier in Wien geschuldet ist. Den Grossteil des Abends verbringen wir dennoch gemütlich auf den Sofas am Salontisch.

Doch halt - ganz gelaufen ist der Abend noch nicht. Denn während wir bei den Wingolfiten sassen, fand im Wiener Rathaus die recht noble "Gala Reception" statt, und die wollen jetzt alle noch in den Ausgang. So landen dann also auch wir wieder mit den MUN-Leuten zusammen im angekündigten Club, aber allzu überzeugend war das nicht mehr - was uns aber zu diesem Zeitpunkt auch relativ egal ist. Immerhin bleibt uns das Geldausgeben für Getränke erspart, und das Wasser ist kostenlos.

Entsprechend mühsam ist dann auch am nächsten Morgen das Aufstehen. Desperado und Cincinnatus versuchen es gar nicht erst, und ich gebe unter der Dusche auf, die sich weigert, warmes Wasser von sich zu geben. Bloss Franziska schafft es so an diesem Vormittag ins Kommittee. In der Zwischenzeit bringe ich es immerhin fertig, den billigen Durchlauferhitzer und Miniboiler davon zu überzeugen, doch bitte wieder zu heizen. Erleichtert darüber, währenddessen nicht die ganze Wohnung in die Luft gejagt zu haben (ich hege ein tiefes Misstrauen gegenüber Gasheizungen), wage ich es aber erst nach einem Warmwassertest in der Küche, eine Dusche zu nehmen.
Der zweite Konferenztag ist immer etwas speziell: viele haben das, was sie vorbereitet haben, bereits diskutiert, um ernsthaft an einer Draft Resolution zu arbeiten, ist die Diskussion aber noch nicht weit genug gediehen. So ist dieser Tag immer leicht orientierungslos, und es wird auch gerne einmal eine Diskussion zum dritten Mal geführt, ohne wirklich weiter zu kommen. Glücklicherweise merken viele recht bald, dass die sich abzeichnenden Blöcke nun deutlich genug sind, dass ein "Unmoderated Caucus" nun richtig produktiv sein kann. Ganz ereignislos verläuft der Tag aber doch nicht, denn eine unserer Co-Chairs, die gleichzeitig noch ein Staat repräsentiert, verlässt nach einer kurzen Auseinandersetzung um das protokollgemässe Vorgehen theatralisch den Saal, und verkündet, ins Presse-Team zu wechseln. Während dem Nachmittag fangen dann auch die ersten schnell wachsenden Grüppchen an, Draft Resolutions zu schreiben.

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Die "Intercultural Night", das heutige Social Event, lassen Cinci, Despi und ich aus, denn die scheinbar von einem angesehenen Caterer, der auch Diplomaten beliefere, stammenden und nicht wirklich guten Snacks werden zum Unverständnis der jeweiligen Berner Delegation jedes Jahr wieder serviert, und das Event selbst im Theatersaal erinnert an Qualität und Fremdschämfaktor eher an Abschlussdarbietungen an Primarschulen. Nein, da suchen wir uns lieber etwas zu Essen - und ein Suchen ist es in der Tat, denn trotz meiner Beteuerungen, an einer nahen Strasse einen Sushiladen gesehen zu haben, vertraut Cincinnatus lieber auf TripAdvisor, laut dem ich halluziniere. So landen wir nach fast einer Stunde im ersten Bezirk in einem fast leeren, schicken Restaurant, das auf den Namen "Mel's Craft Beers & Diner" hört und neben einer tollen Speise- über eine sehr exotische, ausführliche Bierkarte verfügt. Wir bestellen uns erstklassige Burger und ein paar eher normale Biere von der Karte. Ausprobieren heben wir uns für die zweite Runde Bier auf, doch stellt sich leider heraus, dass gerade unsere Auswahl aus ist - auch das wohl Exostischste auf der Karte, ein "Rogue Hazelnut Brown Nectar". Da im nach der "Intercultural Night" anstehenden Club niemand auftaucht (sind die alle bei der Veranstaltung eingeschlafen?), suchen wir uns anschliessend eine gemütliche "American Bar", in dem wir eine Karte erhalten, die man eher als Buch bezeichnen kann.

20150807_0111_4 Cinci's Stunt-Double in der UNO

Desperado und Cincinnatus lassen sich leider nicht mehr für den dritten Konferenztag überzeugen, und so führen wenigstens Franziska und ich die Verhandlungen im HRC weiter. Auch unsere "temperamentvolle" Co-Chair ist wieder anwesend. Ich persönlich finde den jeweils dritten Tag am VIMUN den besten. Denn die ganzen kleinlichen moderierten Nonsensdiskussionen wurden gestern geführt, und somit ist nun genug Zeit für die Verhandlungen zwischen den gut 40 Delegationen um Draft Resolutions und Amendments, und die "Vermittlerrolle" - da bin ich wohl ganz der Schweizer - liegt mir. Und die braucht es auch: neben zwei Draft Resolutions gibt es insgesamt 20 Amendments (eines davon von mir), über die einzeln diskutiert und abgestimmt werden muss! Ende Vormittag springen die Exponenten dann aber doch noch über ihren Schatten und mergen die beiden fast fertigen Draft Resolutions, und auch Division of the question, also das separate Abstimmen über jede einzelne Klausel einer Draft Resolution, bleibt uns trotz Antrag erspart. Und so findet dann auch dieser Tag mit der Annahme einer Resolution sein Ende, nachdem sämtliche Amendments abgelehnt wurden. Zwar eine Resolution, mit der "ich" unzufrieden war und der ich mich, immerhin nicht ganz als Einziger, entgegenstellte, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch - ich habe meine Reden gehalten (ich mag das Mikrofon...) und verhandelt, und was ich tun konnte, war getan. Ein paar Berichte gab's vom Presseteam auf der eigens dafür angelegten Webseite: http://www.modelun-news.org/2015/08/

Heute steht nun auch endlich ein anständiges Social Event an, denn die VIMUN-Organisatoren haben einen Club gemietet! Bevor es aber so weit ist, suchen wir uns ein Schnitzelrestaurant, denn was ist ein Wien-Besuch ohne Wiener Kalbsschnitzel? Da die eine Filiale des berühmten Figlmüller geschlossen und die andere ausgebucht ist, suchen wir uns ein weniger bekanntes, aber nicht minder teures Restaurant. Mit vollen Bäuchen geht's dann aber erstmal noch zurück in die Wohnung - Cincinnatus verlässt uns schon heute Abend mit dem Nachtzug.

Darauf machen wir uns auf zum Club. Meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Event - letztes Jahr klappte das irgendwie nicht so ganz, und auch Stimmung mochte nicht so aufkommen - weicht aber bald, und auch die Uhr zeigt an, dass der Abend ganz o.k. ist. Der Club ist diesmal nicht so überfüllt, und in Konsequenz laufen auch nicht gleich alle nach zwei Stunden wieder weg. Schlussendlich bleiben Desperado und ich bis zur Schliessung, und gönnen uns noch etwas zu Essen beim Stand nebenan. Dabei erfindet der Würstlbudenbesitzer für mich mangels Zutaten einen "Käsekrainer-Döner" mit Taschenbrot, Käsekrainer, Zwiebeln und Mayo. Ich bin mir sicher, dieses Gericht hat gute Chancen im Rennen um das ungesündeste Essen, und bin noch heute überrascht, das ohne Herzverfettung überlebt zu haben. Unser Heimweg zu Fuss führt uns dann noch durch diverse Uni-Innenhöfe, wo wir auch einen Herrn mittleren Alters mit Sonnenbrille treffen, der in einem Liegestuhl friedlich vor sich hin schläft.

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Es grenzt dann fast an ein Wunder, schaffen wir es nur wenige Stunden später pünktlich zur "Closing Ceremony", die hauptsächlich darin bestand, jedem einzelnen Teilnehmer ein Certificate auszuhändigen, und irgendwie zu versuchen, wachzubleiben. Wohlverdient geht es daraufhin ein letztes Mal in die angenehm klimatisierte UNO-Kantine -"Geburtstagsparty" einer Teilnehmerin unseres Committees inklusive -, bei den Wiener Sommertemperaturen eine Wohltat, die wir bis zur Rückreise vermissen werden. So beschliessen wir dann, dem Vorschlag von Franziska zu folgen, und uns noch den IAEA-Teil des UNO-Komplexes anzusehen - auf eigene Faust und wohl nicht ganz legal, aber das Resultat ist es wert. Ich kann das nur jedem künftigen VIMUN-Besucher empfehlen!

Den Rest des Tages verbringen wir mit gemütlichem Herumsitzen und -schlendern (fürs eigentlich geplante Baden in der Donau sind wir dann doch zu müde), nur unterbrochen von einem Besuch in der Sushi-Bar, die laut Cinci's TripAdvisor gar nicht existieren dürfte.

Freitagmorgen, unser Rückreisetag! Während Desperado den Tag mit seinen Eltern verbringt, die ebenfalls in Wien weilen, suchen Franziska und ich einen passenden Zug heraus, und nach einem Besuch der Votivkirche, die gleich 5 Minuten von unserer Unterkunft entfernt steht, besichtigen wir noch die Uni - diesmal ist zwar die Bibliothek geschlossen, dafür können wir den grossen Festsaal diesmal besuchen. Bei dem, was diese Uni rein architektonisch bietet, kann jede Schweizer Uni einpacken. Und das machen auch wir jetzt, denn kurz nach zwölf fahren wir schon mit der U-Bahn Richtung Westbahnhof, wo nach dem Ticketkauf nur noch knapp Zeit fürs Mittagessen und Tschüss-sagen bleibt.
Abends reist dann auch Desperado, nach Abgabe der Wohnung, mit dem Flugzeug zurück in die Schweiz, und so bleibt uns nur:
merci, lieber Wingolf, merci VIMUN, und hoffentlich auf bald!

Für allfällige chronologische Ungereimtheiten, die ausser uns drei Zähringern sowieso niemandem auffallen werden, entschludigt sich der Autor höflichst.

VimunCorona Die VIMUN 2015-Corona nach der Closing Ceremony