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Daniel Ziltener v/o Magnus

Der Schiesssport hat ja über die Jahrzehnte etwas an Popularität eingebüsst. Nichtsdestotrotz war es uns aber möglich, mit einer Viererdelegation an den vom SSSZH organisierten Akademikertag anzureisen, obwohl Barbarossa ("mein Praktikum fängt früher an!") und Cincinnatus ("Ich habe total vergessen, dass ich heute arbeiten muss!") mehr oder weniger kurzfristig absagen mussten. So trafen wir, Magnus, Harley, Replik und Gast David Aeschbacher, um kurz nach acht mit dem Zug in Visp ein, worauf wir zügig mit einem Shuttle-PostAuto nach Raron gebracht wurden - nicht wie erhofft mit einem Duro.

Obwohl die Temperatur noch angenehm war, war es schon abzusehen, dass sich dies bis Mittag ändern würde. Deshalb versuchten wir, so schnell wie möglich den Papierkram zu erledigen und zum Schiessstand zu gelangen - etwas, das sich allerdings als deutlich umständlicher herausstellte als erwartet. Die beiden Zelte mit "vor dem Schiessen" und "nach dem Schiessen" anzuschreiben, ist etwas ungeschickt, wenn man am Morgen als Allererstes im unterbesetzten "nach dem Schiessen" den Papierstapel abholen muss, um anschliessend im "vor dem Schiessen" die Waffe kontrollieren zu lassen. Dass die Angestellten selbst Fragen zum Ablauf und den Standorten falsch beantworteten, half auch nicht gerade.

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Trotzdem schafften wir es noch einigermassen früh, mit einem weiteren Shuttleservice, zur Schiessanlage Riedertal zu gelangen. Die Verhältnisse waren gut, und wir waren früh genug vor Ort, um noch vor dem Grossansturm schiessen zu können - David und ich 300m (was David einen Kranz einbrachte), Replik und Harley zusätzlich Pistole 25m. IMG_5269 Spontan entschlossen wir uns dann noch, alle die Disziplin Kleinkalibergewehr 50m nachzulösen, allerdings nicht wie beim Gewehr 300m als Gruppe, sondern bloss einzeln. Obwohl das Interesse an der G50m-Disziplin recht gering war, wurde unsere Entscheidung mit elend langen Wartezeiten belohnt, da zwei Gewehre schlicht nicht ausreichen, wenn man eine Gruppe langsamer Schützen hat. Fazit: das Schiessen mit dem Kleinkalibergewehr war saumässig unbequem (die vor Allem aufgrund der obligatorischen Schiessjacke mit Riemen), was zum Einschlafen mindestens eines Armes führte, machte aber aufgrund der Präzision viel Spass, und brachte mir einen Kranz ein.

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Draussen war es mittlerweile heiss geworden, die 30°C-Marke lag bereits so weit zurück, dass sich kaum einer an tiefere Temperaturen erinnern konnte. Mit ein Grund, weshalb mich der Bierstreit mit der Begründung "Freude am Trinken", den mir Hammer vom SSSZH, den ich aus Gymnasiumszeiten kenne, anhängte, nicht im Geringsten störte. Zurück im Fest-Zeltdorf in Visp stiessen wir mit vier Bier auf unsere "Leistung" des Morgens an, und mit Wein tauschten Replik und ich unsere Zipfel. "Hussa, Hussa, schiess die Sau!" Harley musste dann auch schon wieder zurück nach Bern ins Büro, wohin er auch gleich unsere Waffen mitnahm.

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Die Hitze wurde nun aber endgültig zur Belastung - eine Frage der Zeit, bis die 40°C-Marke geknackt würde. Zum Glück gabs nach dem leckeren Mittagessen Freibier! Dass es sich dabei um Feldschlösschen handelte, interessierte jetzt keinen mehr. Nach einer Ansprache von Brâtér gab es eine Rede von Alt-Bundesrat Couchepin, die überraschend gut war für eine Politikerrede und tosenden Applaus erhielt. Für ein Foto reichte es uns leider nicht - nach dem Foto mit unseren Tischnachbaren ging er bereits weiter - ich konnte aber für Replik noch einen Eintrag in seinen Kantenprügel ergattern. Die Temperatur kletterte dann pünktlich zum Beginn der Rangverkündigungen und dem "Schweizerdegen" auf über 40°C, und so holte ich nach dem Erhalt des Gruppen-"Trostpreises" schleunigst meinen Bierstreit nach - den ich leider ganz knapp verlor und wir somit Gleichstand haben, aber das wird noch nachgeholt! Dafür habe ich besser geschossen - und wir verliessen das Zelt. Tragischer Moment des Tages: bei der Rangverkündigung des 50m-Gruppenschiessens fanden wir heraus, dass wir, hätten wir die 100 Franken für die Teilnahme als Gruppe investiert, Gruppengold gewonnen hätten.

Nachdem wir uns in der Disziplin "Couleur in den Brunnen tauchen und anziehen" ausgetobt hatten, hatte Replik noch die glorreiche Idee, am Stand "ä Fläsche Fendant und drü Gleser" zu bestellen, und mit dieser Ausrüstung den Shuttlebus zu besteigen. Drei Kanten und zwei Gläser Wein später stellten wir am Bahnhof fest, dass wir eine halbe Stunde warten müssen - Zeit, die nächste Beiz aufzusuchen, wo wir uns eine weitere Flasche gönnten, in den mitgebrachten Gläsern.

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Im Zug annektierten wir dann zusammen mit hauptsächlich den Rodensteinern den Speisewagen, und bei einem Bier sangen wir den halben Kantenprügel durch. Tipp: die Decke ist "etwas" niedrig für den "Graf von Rüdesheim".

So fand dann etwa um 5 Uhr auch dieser grossartige, wenn auch viel zu heisse, Tag ein Ende, und nicht nur ich bereute wohl beim Umsteigen in Bern, kein Badezeug für eine Abkühlung in der Aare mitgenommen zu haben.

Unsere Schiessresultate:

Gruppenwettkampf: 13. Platz G300

Einzelwettkampf: Punkte (Rang) G300 100 (185) G50 200 (29) P25 150 (113)
Daniel Ziltener v/o Magnus 82 (50) 180 (7) -
David Aeschbacher v/o Flint 86 (27)  175 (8) -
Silvan Urfer v/o Replik 64 (136)  159 (20) 118 (33)
Beat Marfurt v/o Harley 73 (102)  165 (16) 76 (76)

 

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