Ein Artikel für den Falkensteiner Kiesel Juli 2014 von Nicolas Verbicaro v/o Barbarossa

Der wöchentliche Stamm ist unbestritten der Höhepunkt in der Woche eines Verbindungsstudenten. Es wird sich getroffen um in gemütlicher Runde einen akademischen Austausch auf hohem Niveau zu ermöglichen und schon so manche Unternehmensfusion oder politische Initiative fand an solch einem Tisch ihren Ursprung.

Soweit die Theorie. Wie es in der Praxis durchaus ablaufen kann, sei kurz dargestellt anhand der Geschichte von Herrn von und zu Hintertupfingen v/o Mr. AtM, Lebemann und Teilzeitstudent. Nachfolgend findet ihr einen Überblick der Geschehnisse am letzten Stamm den er besuchte.

 06:30 Uhr - Nächster Tag

Langsam erwacht die Stadt und die Frühaufsteher beginnen mit der Jagd auf den berühmten Wurm. Auch unser Held kommt zögerlich wieder zu Bewusstsein, mit dröhnendem Kopf, verschwommenen Erinnerungen und der bangen Frage: Was war geschehen?

20:30 Uhr - Vortag

Die Stimmung ist ausgelassen, es wird kräftig geraucht und zugetrunken, die gefühlte 1‘000ste Blitzquart geht um den Tisch und einige Nachzügler stossen zur munteren Runde dazu. Im Schlepptau bringen sie ein Paar Frauen mit (das sind diese Wesen, die nie etwas zum Anziehen haben).

18:45 Uhr - Vortag

Die Vorfreude ist gross, schon bald ist es endlich wieder soweit: der Abend mit den Jungs steht unmittelbar bevor. Kurz überprüfen ob man alles dabei hat. Band - check!, Couleur - check!, Kantenprügel - check! - na dann schnell los, ah halt den Whisky, aus den letzten Ferien mitgebracht, darf nicht vergessen werden. Der wurde den Jungs doch als Souvenir aus Irland versprochen.

23:00 Uhr - Vortag

Aufgrund des ausgesprochen guten Verhältnisses mit den Nachbarn haben diese wieder einmal die Ordnungshüter vorbeigeschickt, damit diese sich nach unserem Wohlbefinden erkundigen. Dank der Eloquenz gewisser Mitglieder blieb es jedoch auch dieses Mal bei einer Verwarnung.

19:15 Uhr - Vortag

Das Hohe hat dem Stamm als eröffnet erklärt und nach dem offiziellen Teil geht man ins Colloquium über, um sich und die Farbenbrüder auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen.

23:30 Uhr - Vortag

Dank dem mitgebrachten Whisky erreichten die Gespräche philosophisches Niveau und es wurden Beichten abgelegt sowie Liebesbekundungen vorgetragen. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit entscheidet man sich weiterzuziehen. Denn entgegen dem gängige Klischee ist in Bern etwas los, man muss nur wissen wo.

02:00 Uhr - Vortag

Mittlerweile ist der Fremdschämeffekt bei den anderen Partygästen genauso hoch wie der Alkoholpegel unseres Freundes, dessen Gedankenfilm nach einem weiteren Tequilashot abreisst.

06:45 Uhr - Nächster Tag

So, dann wär das ja mal geklärt und der Tagesablauf bereits vorprogrammiert - Konterbier finden, vorsorglich Penicillinspritze setzen und den Anwalt bezüglich einer möglichen Vaterschaftsklage informieren. Und während unsere Hauptfigur sich eine Zigarette ansteckt und langsam in den Sonnenaufgang schreitet, muss er seine Taten kurz bereuen, aber heimlich tut er sich schon auf den nächsten Stamm freuen.