Die Odyssee des Zähringer-Crambambuli

Daniel Ziltener v/o Magnus

DSCN3213Freitag, 28.11.14, 16:30, Loebegge
Immer, wenn der Winter naht, schlägt die Stunde der Musketiere: die Bierfamilie lädt wieder zu ihrem Crambambuli am letzten Freitag des Novembers. Der motivierte Trupp besteht dieses Jahr aus unserem Aktivitas-Crambambuli-Experten Contra und den Füxen Barbarossa, Polit und Magnus. Der leider abwesende Polit hat als Kompensation zum Glück schon am Vortag reichlich eingekauft, sodass man am Freitagnachmittag um halb fünf Contra, Barbarossa und Magnus vom Loebegge ausgehend beobachten kann, wie sie mit dem Geheimrezept in der Tasche von Laden zu Laden huschen (und zunehmend unter der Last ächzen), um all die leckeren Alkoholika zu besorgen.

 

17:30, Zähringerhaus, Saalküche
Braumeister Contra beim Vorkosten Kurz nach Braubeginn haben die Musketiere aber schon den nächsten (vorübergehenden) Verlust zu beklagen, und zurück bleiben Contra und Magnus; der eine mit dem Korkenzieher und der andere mit Messer und Saftpresse hantierend (welche der beiden Aufgaben dem Fuxen überlassen wurde, kann sich der Leser sicher gut vorstellen). Miraculix gleich macht sich Contra daran, die Zutaten zu mischen. Nach einer guten halben Stunde ist aber alles im Topf und der Topf warm, nur der elektrische Thermometer funktioniert nicht! Macht nichts, unser Maître de Crambambuli kann das nach Gefühl, und die Dämpfe des heissen Getränks laden zum kurzweiligen Zeitvertrieb ein.

18:30, Zähringerhaus, Saalküche
Das Crambambuli wäre bereits fertig – vor dem Zeitplan. Wann erlebt man das heutzutage noch? Alles ist an seinem Platz, und dieses Jahr sind die Musketiere sogar trotz dem Zeitvertrieb noch nüchtern. Die Ruhe vor dem Sturm!

19:15, Zähringerhaus, Kneipsaal
Wie es sich für die Zähringia gehört, hat sich der Grossteil der Aktivitas mehr oder weniger spontan für verspätet erklärt. Mangels warmer Alternativen greifen die Anwesenden enttäuscht zum kalten Bier. Immerhin lässt sich so mit den Gästen bereits einmal eine Blitzquart üben.

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19:50, Zähringerhaus, Kneipsaal
Es ist soweit: die meisten sind da. Auch von der Valdésia beehren uns zwei Gäste! Der grosse Topf wird in den Saal getragen und vorbereitet. Magnus erhält die letzten Tipps zum Vorgehen, und die Corona versammelt sich im Halbkreis. Der Orangenbrandy in der Kelle brennt, das Licht ist aus, und unter stetem Gesang der Anwesenden wird der Zuckerstock mit dem Feuerwasser zum Schmelzen gebracht.

Crambambuli, das ist der Titel des Tranks der sich bei uns bewährt,
Er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was böses widerfährt.
Des Abends spät, des Morgens früh, trink ich mein Glas Crambambuli,
Cram-bim-bam-bambuli, Crambam-bu-li!

Nach diesem Ritual ist die Vorfreude an ihrem Höhepunkt angelangt. Einer nach dem anderen gehen sie erwartungsvoll mit vollen Tassen an ihre Plätze zurück - bis auf AH Harley, ein Bierglas soll’s für ihn sein! Fleissig wird nun Tasse für Tasse des warmen Tranks genossen, doch bei aller Fröhlichkeit, auch der grösste Topf ist unten fertig...

irgendwann kurz vor 22 Uhr, Kneipsaal
Unser Hohes, Credo, richtet sich sichtlich bewegt mit einer traurigen Nachricht an die Corona: Der letzte Tropfen ist geschöpft, es gibt ein Jahr lang kein Crambambuli mehr! Das Entsetzen ist in den Gesichtern zu sehen, Contra wünscht gar, „Vom hohen Olymp herab“ mit allen Strophen zu singen. Stattdessen lernen wir von Ex-Cantusmagister Credo das Lied „Kein Tröpflein mehr im Becher“. Was natürlich nur die halbe Wahrheit ist – der Abend ist noch lang, und der Kühlschrank voller Bier!

Allgemeine Enttäuschung

Etwas später, Kneipsaal
Die Corona zeigt erste Auflösungserscheinungen, und bei der zweiten TA-Welle (der berüchtigten letzten Möglichkeit, so nach Hause zu kommen, dass der nächste Vormittag nicht verloren ist) fällt uns auch endlich ein, wenigstens mit den Übriggebliebenen noch ins Stammbuch zu schreiben. Nun in gemütlicher Atmosphäre, machen Demosthenes‘ Wasserpfeife und der von den Carolingern zum Stiftungsfest geschenkte Whiskey die Runde, und der geordnete Stammbetrieb macht einem lockeren Beisammensein Platz.

Samstag, 0:00, Kneipsaal
Auf Antrag von Magnus wird nun doch noch „La Messe“ gesungen. Gleich darauf bekommen wir noch Besuch von zwei Oeconomen und einem Arkaner. Der Abend findet nach und nach bis um 2 Uhr ein gemütliches Ende, und alle vergessen auch langsam wieder den Geschmack des Krambambuli, während dessen Fux Desperado, der am Folgetag aufräumen muss, langsam das Ausmass der anstehenden Arbeiten klar wird. Wohl mit ein Grund für das rasante Verschwinden des Whiskeys. Man munkelt, Desperado und Magnus hätten sich vor dem Schlafengehen auf den Salonsofas noch im Desperados beim Bahnhof für die Aufräumaktion des nächsten Tages gestärkt…

Samstag, 12:30, Zähringerhaus
Auch die beiden Fuxen Desperado und Magnus sind wieder erwacht, und gleich wieder fleissig! Das ist auch nötig, denn im Saal ist so einiges mit einem Film Klebrigkeit überzogen. Der übriggebliebenen Viertel Tasse kaltem Krambambuli konnte Magnus übrigens nicht widerstehen. Zwei Stunden wird gewischt, geschrubbt, gescheuert, abgewaschen, geschrubbt, gelüftet, geschrubbt und gewischt, bis auch die letzten Nüssli-und-Crambambuli-Reste weg sind, und dann, endlich und leider, ist dieses Crambambuli für ein weiteres Jahr Geschichte. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön allen anwesenden Mitgliedern und Gästen, dieser Abend war ein echtes Highlight im Herbstsemesterprogramm!

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